Gestalten und Evaluieren von eLearning Szenarien/Kosten und Nutzen von eLearning
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| Helga Ballauf, computerwoche.de | ||
Analysen zum Thema Kosten und Nutzen von E-Learning gewinnen erst im direkten Vergleich mit der Kosten-Nutzen-Struktur von Präsenzseminaren an Aussagekraft. So müssen auf der Kostenseite alle im Zuge von E-Learning anfallenden Beträge (Anschaffung von Hard- und Software, Instandhaltungskosten, Kosten für Lizenzen, etc.) jenen von Präsenzseminaren (Personalkosten, Reisekosten, Kosten für Unterbringung und Verpflegung, etc.) gegenüber gestellt werden. Die Nutzenpotenziale von E-Learning ergeben sich schließlich in einem Vergleich von Faktoren wie Flexibilität, Individualisierung oder Kommunikationsmöglichkeiten. Auf Kostenseite stellte sich so heraus, dass sich der Einsatz von E-Learning erst bei steigenden bzw. großen Teilnehmerzahlen empfiehlt, während der Nutzen aufgrund von teilweise schwer messbaren Einflussfaktoren oft erst im konkreten Fall deutlich wird.
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Definition
Unter Kosten im wirtschaftlichen Sinn versteht man die negativen Konsequenzen einer Aktion angesichts eines bestimmten Planes und Entscheidungsfeldes. Zur Vereinfachung berücksichtigt man im Allgemeinen nur monetäre Größen. Betriebswirtschaftlich gesehen stehen Kosten für den bewerteten Verbrauch an Produktionsfaktoren, welche zur Erstellung betrieblicher Leistung notwendig sind. Somit meint die betriebswirtschaftliche Definition von Kosten den ordentlichen, betrieblich bedingten, bewerteten Verzehr von Gütern und Dienstleistungen einer Periode. Die Bewertung erfolgt in Geldeinheiten.
Neben diesem wertorientierten Kostenbegriff unterscheidet man auch noch einen entscheidungsorientierten Kostenbegriff, um Handlungsalternativen zu bewerten, deren Realisierung Kosten auslösen würde. Darunter fallen z.B. Opportunitätskosten, welche entgangene Gewinne der nicht realisierten Handlungsalternativen als Kosten berücksichtigen (http://de.wikipedia.org/wiki/Kosten).
Unter dem Nutzen versteht man in der ökonomischen Theorie das Maß für die Fähigkeit eines Gutes oder einer Gütergruppe, die Bedürfnisse eines wirtschaftlichen Akteurs zu befriedigen. Somit ist Nutzen ein Maß für Glück und Zufriedenheit (http://de.wikipedia.org/wiki/Nutzen).
Einsatz von E-Learning
Jahr für Jahr werden hohe Geldsummen für die Schulung von Mitarbeitern ausgegeben, doch der Erfolg lässt sich oft nur schwer messen. In unserer heutigen Wissensgesellschaft ist die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter unverzichtbar, doch Seminare kosten Geld, verursachen Reisekosten und führen auch oft zu Umsatzausfällen. E-Learning als neue und zeitgemäße Form des Lernens stellt für Unternehmen und öffentliche Institutionen eine Alternative dar, die sowohl Kostenvorteile bietet, als auch mehr Transparenz bezüglich des Lernfortschritts und der Qualität der Wissensvermittlung. Vor allem Großunternehmen investieren vermehrt in die webbasierte Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Doch langfristig gesehen wird E-Learning das Training und die Weiterbildung in Organisationen aller Größenordnungen verändern, da es sowohl vielfältige Einsatzmöglichkeiten wie Nutzeneffekte bietet (Zeitler, 2002).
Nutzen
Nutzenpotenziale von E-Learning
E-Learning ist preiswerter, flexibler, individueller und wirkungsvoller als traditionelle Formen der Weiterbildung. Da Mitarbeiter nicht mehr zu Seminaren oder Schulungen fahren müssen, fallen sie nicht mehr so lange aus, womit erhebliche Kosteneinsparungen verbunden sind. Denn es entfallen ca. zwei Drittel der gesamten Ausgaben für Aus- und Weiterbildung auf Reise- und Arbeitsausfallzeiten und nur ein Drittel auf den eigentlichen Unterricht. Durch E-Learning ist ein Lernen "auf Abruf", bzw. durch die räumlich und zeitlich unbegrenzte Verfügbarkeit eine schnelle Aus- und Weiterbildung großer Zielgruppen möglich. Die Kostenvorteile steigen mit der Teilnehmerzahl (Zeitler, 2002).
Ebenso kann der Lernweg individuell ausgewählt und die Lernmodule an die persönlichen Bedürfnisse der Lernenden angepasst werden. Auch belegen Studien eine gesteigerte Erinnerungsfähigkeit für multimedial gelernte Inhalte. Mit Hilfe von E-Learning soll das Lernen in das Arbeitsumfeld integriert und eine Kultur des berufsbegleitenden lebenslangen Lernens geschaffen werden (Zeitler, 2002).
Reglin & Speck (2003) führen folgende Nutzenpotenziale von E-Learning in der betrieblichen Bildung an:
- Flexibilität
Der Lernort, sowie die Zeit zu der man Lernen möchte können individuell gewählt werden, z.B. zuhause oder am Arbeitsplatz, vor oder nach der Arbeit oder in Arbeitspausen. Ebenso sind Quereinstiege jederzeit möglich. Die Lernenden müssen nicht auf den Seminarbeginn warten, sondern der Bedarf an Weiterbildung kann sofort gedeckt werden.
- Individualisierung
Die Lernenden wählen die jeweils benötigten Inhalte individuell aus dem Gesamtinhalt aus. Dabei können Tests oder Lernberatungen unterstützend wirken.
- Organisatorische und finanzielle Vorteile
Freistellungsprobleme werden vermindert, Freistellungszeiten- und kosten werden gesenkt, und es entstehen keine Reise und Unterbringungskosten. Ebenso ist der Computer als Lernmedium zugleich Arbeitsmittel und somit meist schon vorhanden.
- Qualitätssicherung
Die Lehrgänge sind standardisierte Produkte, die ständig aktualisierbar sind. Die Lehrenden sollten einen Bezug des Gelernten zu konkreten Praxisfällen herstellen, um so in der betrieblichen Weiterbildung Lernen und Arbeiten einander anzunähern.
- Kommunikative Potenziale
E-Learning findet nicht isoliert statt. Die Kommunikation wird z.B. durch Email, Foren und Chats erleichtert, womit ständiger Austausch und Diskussion möglich ist, sowie Nachfragemöglichkeiten gegeben sind.
- Technische Möglichkeiten
Die ständige Weiterentwicklung des WWW ermöglicht die Gestaltung von benutzerfreundlichen Programmen, beispielsweise durch den Einsatz von multimedialen Anwendungen, interaktiven Übungen mit Rückmeldungen oder Orientierungsmöglichkeiten mittels Volltextsuche.
- Internet-Technologie
Bei browserfähiger Lernsoftware entfallen Installationsprobleme und die Technik ist leicht handhabbar.
Diese Nutzenpotentiale sind zwar in der Praxis großteils bekannt, dennoch gilt Kostensenkung immer noch als wichtigster Grund für den Einsatz von E-Learning. Personalentwickler kleiner und mittlerer Unternehmen gaben Kostensekung mit Abstand als das wichtigste Argument für den Einsatz von E-Learning an, gefolgt von den Argumenten "Schulung aktueller Themen", "Hohe Aktualität" und "Flexibleres Lernen". Als Schlusslichter rangierten die Gründe "Besserer Lernerfolg", "Höhere Motivation" und "Höhere Qualität" (Reglin & Speck, 2003).
Im Rahmen einer Online-Untersuchung von Pixelpark und Deutsche Medienakademie (2004) wurde auch gefragt, welchen Nutzen die Befragten mit E-Learning verbinden. Dabei stellte sich interessanterweise heraus, dass Argumente zur Wirtschaftlichkeit wie "größere Lernerfolge" oder "schnellere Wissensvermittlung" am schlechtesten abschnitten. Die klassischen Argumente, wie zeitliche und räumliche Flexibilität oder individualisiertes Lernen, wurden erwarteterweise hoch bewertet.
Evaluierung des Nutzens
E-Learning hat gegenüber der Präsenzschulung den Vorteil, dass der Lernfortschritt und die Effizienz der Lernumgebungen kontinuierlich kontrolliert werden können. Im betrieblichen Einsatz können so Qualität und Effizienzgewinne gemessen werden. Durch die Überprüfung des Lernfortschritts erhalten die Lernenden oder die Trainer Auskunft über den erzielten Lernerfolg. Mögliche Formen der Lernkontrolle sind z.B. Multiple-Choice-Tests, Zuordnungsaufgaben oder offene Fragen. Die Gesamtevaluierung von E-Learning basiert auf einer betriebswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Analyse, einer Qualitätsanalyse hinsichtlich Inhalten und Lernplattform sowie einer Effizienzanalyse (Zeitler, 2002).
Bei der Kosten-Nutzen-Analyse handelt es sich um die Identifizierung, Messung und Bewertung der Kosten- und Nutzenfaktoren, die durch den Einsatz von E-Learning entstehen. Relevante Nutzenfaktoren wie z.B. Kosteneinsparungen und höhere Effizienz werden identifiziert und analysiert.
Für die Qualitätsanalyse gibt es Methoden und Werkezeuge, um Lernplattformen und Lernsoftware hinsichtlich ihrer Qualität zu bewerten. Relevante Kriterien sind z.B. inhaltliche und didaktische Kompetenz, Design und Benutzerfreundlichkeit.
Die Effizienzanalyse ermittelt den Lernerfolg, den man durch E-Learning erreichen kann. Kriterien sind hier z.B. die Akzeptanz, die Behaltensleistung oder der Zeitaufwand. Die Protokollierung von Lernprozessen kann bei der Ermittlung der Lerneffizienz unterstützend beitragen (Zeitler, 2002).
Nicht messbarer Nutzen
Während die Kosten von Weiterbildungsmaßnahmen relativ gut berechnet werden können, ist dies beim Nutzen dieser allerdings manchmal nur schwer oder gar nicht möglich. Denn die quantitative Bewertung eher qualitativer Nutzeneffekte, wie "Motivation" oder "Etablierung einer Lernkultur", die durch E-Learning besonders gefördert werden, ist problematisch (Zeitler, 2002). So wird möglicher Nutzen oft erst mit einiger zeitlicher Verzögerung sichtbar. Auch kann eine Weiterbildungsmaßnahme positive Auswirkungen haben, die kaum messbar sind, aber einen finanziellen Aufwand rechtfertigen. Dies ist z.B. bei höherer Mitarbeiterzufriedenheit als Folge der Maßnahme der Fall. Es kann sich also für ein Unternehmen langfristig auszahlen in E-Learning Maßnahmen zu investieren (Reglin & Speck, 2003).
In Anlehnung an das Evaluationstableau für Trainingsmaßnahmen von Kirkpatrick zeigt folgendes Tableau von Reglin & Speck (2003) einen Ansatz zur Nutzen-Analyse von E-Learning:
Das Akzeptanzkriterium betrachtet meist unmittelbar nach der Veranstaltung messbare Effekte. Es geht vor allem um die subjektive Zufriedenheit der Lernenden und ihre Einstellung zur Weiterbildungsmaßnahme.
Beim Lernerfolg geht es darum herauszufinden, wie viele Wissensinhalte den Lernenden vermittelt wurden, z.B. durch geeignete Tests.
Transferkriterien überprüfen, inwieweit das vermittelte Wissen in der betrieblichen Praxis angewandt wird.
Beim Ergebnis wird untersucht, welche Auswirkungen das Gelernte auf das Unternehmen und seinen Erfolg hat.
Bei all diesen Kriterien gibt es jedoch Unsicherheiten und Probleme, diese zu messen (Reglin & Speck, 2003).
Kosten
Welche Kosten fallen nun aber beim E-Learning an? Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist Weiterbildung eine innerbetriebliche Leistung, deren Kosten systematisch erfasst und verrechnet werden müssen. Während Sachinvestitionen, wie beispielsweise der Kauf einer Maschine, relativ leicht dem dadurch zu erzielenden Nutzen gegenübergestellt werden können, stellen die Messung und Evaluierung von Weiterbildungserfolgen komplexere Probleme dar (Reglin & Speck, 2003).
Um herauszufinden, ob E-Learning wirtschaftlicher ist, als traditionelle Lernformen, ist es wichtig zunächst die Kostenarten abzugrenzen. Keller (2002) unterscheidet folgende Kostenarten:
- Kosten zur Anschaffung von Hardware
- Kosten zur Anschaffung von Software
- Instandhaltungskosten
- Opportunitätskosten (ausgefallene Dienstzeit)
- Kosten für den Tutor/Betreuer
- Eventuell Onlinekosten
- Kosten für Lizenzen
- Effektive Lernzeit
Bei Präsenzseminaren entstehen teilweise die gleichen und teilweise unterschiedliche Kosten wie bei E-Learning Seminaren. In der folgenden Abbildung nach Reglin und Speck (2003) werden die Kostenarten einer einfachen Wissensvermittlung zwischen einem Präsenzseminar und E-Learning einander gegenübergestellt. Kosten für Organisation, Verwaltung und Lehrmittel werden dabei nicht berücksichtigt, um einen einfachen Überblick zu wahren. Ebenso wird auf Kosten für Hardware und Internet-Anbindung verzichtet, da die betriebliche Nutzung des Internets mittlerweile zur Normalität geworden ist und die Infrastruktur sowieso vorhanden ist.
Betrachtet man nun anhand einer Beispielrechnung die Kosten der beiden Lernformen E-Learning und Präsenzseminar unter Berücksichtigung der Kostenentwicklung bei steigenden Teilnehmerzahlen, so gelangen Reglin und Speck (2003) zu folgenden Ergebnissen:
Beim Präsenzseminar entwickeln sich die Gesamtkosten proportional zur Anzahl der Teilnehmer. Dies ist beim E-Learning nicht der Fall. Der Kostenvergleich der beiden Lernformen zeigt deutlich, dass bei einer maximalen Teilnehmerzahl von zehn Personen die Gesamtkosten bei E-Learning höher sind als beim Präsenzseminar. Dieses Verhältnis verändert sich aber bereits bei 50 bis 100 Teilnehmern signifikant. Somit bringt E-Learning also dann Kostenvorteile, wenn bei einer Großzahl von Mitarbeitern gleiche Lernbedarfe bestehen. In kleineren Betrieben wird dies eher selten der Fall sein, jedoch können schon in mittleren Unternehmen die entsprechenden Mitarbeiterzahlen und somit die Kostenvorteile gegeben sein (Reglin & Speck, 2003).
Ein Vorzeigebeispiel für einen guten Return on Investment (ROI) von E-Learning ist IBM. Das Unternehmen konnte eigenen Angaben zufolge, mit E-Learning im Jahr 2001 395 Mio. US Dollar einsparen. Als Begründung für die Einsparungen nennt IBM die Ersparnis der Lernzeit gegenüber dem Präsenzlernen, was zu einer Ersparung der Abwesenheitszeiten, Reisekosten und Spesen führt (Gröhbiel).
Kosten-Nutzen-Analyse
E-Learning hat und wird den Aus- und Weiterbildungsmarkt nachhaltig verändern. Der strategische Vorteil wird von den Personalverantwortlichen hauptsächlich im Bereich der Kostensenkung gesehen. Bei den Lernthemen, die eingesetzt werden, handelt es sich vor allem um IT-Standardanwendungen, Fremdsprachen, kaufmännische Kurse und Produktschulungen. Als Hinderungsgrund für die Einführung von E-Learning gelten oft Akzeptanzprobleme. Diese sind allerdings bei den Lernenden weniger ausgeprägt als bei den Lehrenden (Jäger, 2002).
Die Gestaltung von E-Learning-Inhalten kann entweder mehr einem didaktisch methodischen Ansatz oder eher einem an den Folgen interessierten, betriebswirtschaftlich, effizienzorientierten Ansatz folgen. Pädagogisch professionell gestaltete Lernumgebungen können mehrere Wahrnehmungskanäle ansprechen, was zu einer höheren Behaltensquote und somit zu einer Steigerung der Lerneffizienz führt. Die betriebswirtschaftlichen Effizienzpotentiale stellen vor allem die Zeitersparnis bei der Lernzeit und damit auch Einsparungseffekte auf der Kostenseite in den Vordergrund.
Laut Jäger (2002) werden 53% der Kosten für Aus- und Weiterbildung für Lohnfortzahlung, Anfahrt, Übernachtung, Verpflegung usw. ausgegeben. Gerade diese indirekten Kosten weisen wieder auf die E-Learning-Potenziale hinsichtlich der Optimierung des Lernorts hin. Statt in externen Hotels oder Schulungszentren wird "on the job" am PC-Arbeitsplatz, "near the job" arbeitsplatznah im Selbstlernzentrum oder "out off the job" zuhause am PC oder mit dem Notebook im Hotel während einer Geschäftsreise gelernt. Werden nun neben den Reisekosten auch noch die ausgefallene bzw. ersparte Arbeitszeit in die Rechnung mit einbezogen, so erreichen Unternehmen mit einer hohen Mitarbeiterzahl und großem Weiterbildungsbedarf Einsparungen in Millionenhöhe. Zu einem ähnlichen Ergebnis gelangten auch Reglin & Speck (2003), die beim Vergleich zwischen Präsenzseminar und E-Learning eindeutig Kostenvorteile beim Einsatz von E-Learning für mittlere und große Unternehmen sahen. Diese Rechnung stimmt, doch in der Realität kommt es auch öfter vor, vor allem im gewerblichen Bereich, dass wesentliche Kosten nicht anfallen, da "on the job" oder "near the job" gelernt wird. In solchen Fällen müssen nicht die Kosten-Nutzen-Potenziale des E-Learning, sondern die methodisch-didaktischen Vorteile und die Nachhaltigkeit in den Vordergrund gestellt werden (Jäger, 2002).
Diskussion
Weiterbildung in Form von E-Learning spielt eine immer größere Rolle, vor allem auch im betrieblichen Bereich. Als Nutzenpotenziale gegenüber dem Präsenzlernen werden hauptsächlich Kostenersparnis, zeitliche und räumliche Flexibilität, Individualisierung und Qualitätssicherung genannt. Daneben entsteht aber auch bedeutsamer Nutzen, der nur relativ schwer gemessen werden kann, wie Mitarbeiterzufriedenheit oder die Etablierung einer Lernkultur.
Die Kostenvorteile steigen mit der Teilnehmerzahl. So zeigt sich bei einer Gegenüberstellung der Kosten eines Präsenzseminars mit den Kosten von E-Learning, dass bei wenigen Teilnehmern das Präsenzseminar günstiger ist. Ab einer Mitarbeiterzahl von 50 bis 100 Personen ändert sich dieses Verhältnis jedoch signifikant und somit wird deutlich, dass E-Learning vor allem mittleren und großen Unternehmen bedeutende Kostenersparnis bringt. Allerdings formulieren Seufert, Back und Häusler (2000), dass man beim Einsatz neuer Medien in der Einstiegsphase vorsichtig kalkulieren sollte, da Unternehmen, die ihre Bildungskonzepte auf neue Medien umstellen, zunächste eine hohe Lernkurve durchlaufen. Dieses Argument sollte auch berücksichtigt weren.
Es ist sicher nützlich, die Kosten und Nutzenpotentiale von E-Learning und Präsenzlernen zu vergleichen und gegenüberzustellen. Jedoch darf man auch die Kombination der beiden Lehrmethoden nicht außer acht lassen. Es ist nicht zwingend notwendig, sich für eine der beiden Methoden zu entscheiden, sondern man kann beide kombinierend und ergänzend einsetzen. Beide Lernformen haben ihre Vor- und Nachteile und es hängt von den Anforderungen der Lernenden ab, welche Richtung eher bevorzugt wird. Das Blended Learning als Kombination der beiden Lernmethoden hat somit großes Potenzial hinsichtlich Lernerfolg und Wirtschaftlichkeit.
Kontrollfragen
Frage 1: Zählen sie die wichtigsten Kostenarten beim Einsatz von E-Learning auf.
Frage 2: Beschreiben sie die Nutzenpotenziale von E-Learning in der betrieblichen Bildung.
Frage 3: Welche Unternehmen profitieren am meisten vom Einsatz von E-Learning?
Literaturverzeichnis
Gröhbiel, U. eLearning - wo bleibt der "Return on Investment"? [WWW-Dokument]. URL http://dwi.fhbb.ch/wiba/e-learning.nsf/img/eLearning_ROI/$file/eLearning_ROI.pdf [Zugriff: 15.12.2005]
Jäger, W. (2002). Anwender, Kosten und die Frage: Make or Buy? In Ph. Köllinger (Hrsg.), E-Learning in deutschen Unternehmen. [WWW-Dokument]. URL http://www.symposion.de/elearning-r/elr_06.htm [Zugriff: 15.12.2005]
-Keller, M. (2002). Rechenmodelle für den Mittelstand. In U. Scheffer (Hrsg.), eLearning. Die Revolution des Lernens gewinnbringend einsetzen (S. 150-163). Stuttgart: Klett-Cotta.
Pixelpark AG, Deutsche Medienakademie Köln. (2004). E-Learning - die verkannte Chance? [WWW-Dokument]. URL http://www.pixelpark.com/fileadmin/downloads/PresseServices_Publikationen/Publikationen_PDF/E_Learning_Pixelpark_MAK_final.pdf [Zugriff: 12.12.2005]
Reglin, T. & Speck, C. (2003). Zur Kosten-Nutzen-Analyse von eLearning. [WWW-Dokument]. URL http://www.f-bb.de/fbb/fachartikel/pdfs/kosten-nutzen-elearning.pdf [Zugriff: 10.12.2005]
-Seufert, S., Back, A., Häusler, M. (2000). E-Learning. Weiterbildung via Internet. Kilchberg: Smartbooks.
Wikipedia. URL http://de.wikipedia.org [Zugriff: 19.06.2006]
Zeitler, F. (2002). E-Learning - multimediales Lernen online. [WWW-Dokument]. URL http://www.pallas.de/d/news/publikationen/Praxisbe-a05.pdf [Zugriff: 27.11.2005]




