Gestalten und Evaluieren von eLearning Szenarien/Geschichtliche Entwicklung des eLearning

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"Bill Clinton teaching politics, Warren Buffett lecturing on investing and Steven Spielberg demonstrating filmmaking - all in 30-hour video packages, with questions anticipated, and answered, in advance."

Die Vorstellungen über Online-Lernen waren zum Teil sehr hoch gegriffen, wie etwa die oben zitierte Vision vom Software Millionär Michael Saylor (MicroStrategy). Leider konnten solch hochfliegende Pläne noch nicht umgesetzt werden.
Michael Saylor, The New York Times

Die geschichtliche Entwicklung des eLearning der letzten Jahre ist stark geprägt von der zunehmenden Vernetzung der gesamten Welt im Rahmen des Internet bzw. insbesondere des World Wide Web. Obwohl dieses Medium nicht speziell zum Zweck des Lernens geschaffen wurde, stellt es durch seine orts- und zeitunabhängigen Recherche- und Kommunikationsmöglichkeiten sowie seinen hohen Aktualitätsgrad von Informationen eine gute Umgebung für selbstgesteuerte Lernaktivitäten dar. Vor dieser Art des Online-Lernens (Web Based Training) fand eLearning meist in Form von Computer Based Training bzw. in den Anfängen mit dem Programmierten Unterricht statt.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Gerade zu Beginn der Darstellung der geschichtlichen Entwicklung des eLearning ist es notwendig, einige wesentliche Begriffe, welche zu späteren Zeitpunkten die Basis zum Verständnis von fachspezifischen Inhalten bilden, zu definieren.

Der Begriff eLearning, der häufig mit dem Begriff Online-Lernen gleichgesetzt wird, ist in einigen Definitionen viel weiter gefasst als das Online-Lernen. eLearning ist die Übertragung von Lerninhalten durch elektronische Medien. Dies beinhaltet das Internet, Intranets, Extranets, Satellitenübertragungen, Video, interaktives Fernsehen und CD-ROM (Peters, 2002).

Das Online-Lernen hingegen umfasst Formen der Aus- und Weiterbildung, bei denen das Internet eingesetzt wird (Döring, 2002). Das Online-Lernen soll je nach Interesse oder Notwendigkeit sowohl für Privatpersonen (Schüler, Studenten, etc.) als auch für Betriebe bei freier Wahl von Ort und Zeit möglich sein. Das Internet bietet dabei die Möglichkeit, es als hypermedial verlinkte Lernumgebung zu nutzen. Wichtig beim Online-Lernen ist auch der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Dies bedeutet, dass zahlreiche Funktionen der IKT in eine Lernumgebung eingegliedert werden, wie etwa eine hypermediale Darstellung oder Selbsttestelemente (Tiemeyer, 2001). Dies soll zusammenfassend in der Abbildung in Anlehnung an Döring (2002) schematisch dargestellt werden.

Integration von Informations- und Kommunikationstechnologie in den Lernprozess
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Integration von Informations- und Kommunikationstechnologie in den Lernprozess

Um schließlich ein Online-Lernangebot zu erstellen oder zu betreiben, werden häufig eLearning-Plattformen eingesetzt, die von unterschiedlichsten Anbietern auf Shareware- oder Freeware-Basis bzw. als individuell programmiertes Produkt angeboten werden. Den Rahmen für eine Lernplattform kann ein Lernmanagementsystem (LMS) darstellen. Die vorhandenen Materialien werden in das vorgegebene Schema eingebaut und verknüpft. Im System sind unterschiedliche Möglichkeiten zur Verwaltung, Bearbeitung, Kommunikation und auch zur Erstellung von Tests enthalten.

Buchkultur und Medienkultur

Die Anfänge der Informationsdarstellung - Der Buchdruck im 15. Jahrhundert
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Die Anfänge der Informationsdarstellung - Der Buchdruck im 15. Jahrhundert

Bevor es aber zu den oben definierten Innovationen kommen konnte, war ein langer Weg von den Anfängen der Informationsdarstellung bis zu den heutigen eLearning-Umgebungen notwendig. Die geschichtliche Entwicklung des eLearning führte dabei zeitgleich auch zu einer kulturellen Trendwende, wie sie sich bereits früher im Rahmen der Erfindung des Buchdrucks vollzogen hatte.

In der Vergangenheit waren in unserem Kulturkreis vor allem die Sprache sowie visuell erfahrbare Wirklichkeiten von Bedeutung. Die Entwicklung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert ermöglichte aber schließlich erst die exakte Reproduktion von Wissen in einem zuvor nie gekannten Ausmaß. Rationale, logische Informationen wurden verarbeitet und in Büchern, Artikeln und anderen Printmedien nieder geschrieben, um im Anschluss verbreitet zu werden. Da diese Entwicklungen einen bedeutenden kulturhistorischen Einschnitt darstellten, wurde auch der Begriff der Buchkultur geprägt. Informationen, die nicht in schriftliche Sprache umwandelbar waren, gingen dabei aber häufig verloren.

Die Entwicklung der neuen Informationsmedien mit all ihren unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten des Gutes Information führte jedoch im späten 20. Jahrhundert zu einer gänzlich anderen Kultur, nämlich der Medienkultur. Mehrere Defizite auf dem Gebiet der Buchkultur konnten nun erfolgreich ausgeglichen werden. War die Informationsverarbeitung vorher auf die Darstellung von Wort und Bild beschränkt, eröffneten die neuen Medien mit Audio- und Videosequenzen völlig neue Möglichkeiten. Zudem konnten mit Hilfe von Hypertexten auch logische Verknüpfungen zwischen Informationseinheiten abgebildet werden. Die Entwicklung zu den heute vorherrschenden webbasierten eLearning-Lösungen vollzog sich dabei grob in drei Schritten. Den Ausgangspunkt bildete der Programmierte Unterricht, im Anschluss wurden erste Computer Based Trainings konzipiert, um in den letzten Jahren mit der fortschreitenden Entwicklung des Internet weitgehend von Web Based Trainings abgelöst zu werden.

Arten von Informationsmedien

Programmierte Unterweisung bzw. Programmierter Unterricht

Die Programmierte Unterweisung bzw. der Programmierte Unterricht bezeichnet ein Lernsystem, welches in den 1960er Jahren als "neue Mode" aufkam und damals als eine wesentliche Innovation bezeichnet wurde. An deren Beispiel wurde bereits sichtbar gemacht, welche Anforderungen ein zukünftiges Bildungssystem würde erfüllen müssen (Klotz, 1969).

Die Programmierte Unterweisung bzw. der Programmierte Unterricht - ab nun nur noch der Programmierte Unterricht genannt - stammt genau genommen von dem von Skinner (1954) entwickelten Operanten Konditionieren ab. Er stammt daher aus dem Labor und wurde nicht durch eine Erprobung im pädagogischen Bereich entwickelt (Klotz, 1969).

Außerdem wurde dem Programmierten Unterricht durch den Einsatz von technischen Medien, damals Lehrmaschinen genannt, von vielen eine hohe Behaltensquote bzw. -leistung zugeschrieben. "Die Überlegenheit und Wirksamkeit von Lehrmaschinen wird nicht nur behauptet. Eine große Anzahl von Erfolgskontrollen liegt vor. [...] Schüler wie Studenten wie verschiedenste Berufsanwärter ziehen aufgrund ihrer Lernerfahrung die Lehrmaschine konventionellen Methoden vor. [...] Die Lehrmaschine erspare gegenüber konventionellen Methoden (Lehrer, Lehrbuch, Vortrag, Film) die Hälfte an Zeit und Kraftaufwand" (Hochheimer, 1963).

Man hatte sogar die Hoffnung oder auch Befürchtung, dass ein Lehrer zukünftig durch technische Hilfsmittel ersetzt werden könnte. Manche forderten beispielsweise "Ein Lehrer, der durch eine Maschine ersetzt werden kann, sollte ersetzt werden" (Robert Glaser, nach Klotz, 1969).

Ziele des Programmierten Unterrichts sind nach Englisch & Leiderer (1966) die folgenden:

  • Er individualisiert den Lernvorgang, d.h. er ermöglicht dessen Anpassung an den individuellen Lernrhythmus und an das spezifische Lerntempo des Einzelnen.
  • Er lässt den Lernenden ständig in einer geplanten, lernwirksamen Weise aktiv werden.
  • Er stellt sicher, dass sich der Lernende durch eingebaute Erfolgskontrollen selbst "regelt" und somit daran gehindert wird, während des Lernvorganges in gedankliche Irrwege abzuweichen.

Computer Based Training (CBT)

"Poetischer Trichter" von Georg Philipp Harsdörffer aus den Jahren 1648-1653
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"Poetischer Trichter" von Georg Philipp Harsdörffer aus den Jahren 1648-1653
"Nürnberger Trichter" eines unbekannten Autors aus dem 18. oder 19. Jahrhundert
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"Nürnberger Trichter" eines unbekannten Autors aus dem 18. oder 19. Jahrhundert

Die Entwicklung von Computer Based Trainings (CBTs) stellt die Weiterentwicklung jener Lernmaschinen dar, mit denen zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts versucht wurde, Lehr- und Lernprozesse zu automatisieren. Die Erfindung von mechanischen Lernmaschinen stand am Beginn dieser Automatisierungsbestrebung, die sehr treffend in den Bildern des Poetischen Trichters bzw. des Nürnberger Trichters wiedergegeben wurde, welche es ermöglichen sollten, Wissen ohne große Anstrengung für Lehrer und Lernenden in den Kopf des Schülers zu schütten. Die Weiterentwicklung dieser ersten Ansätze zu aktuellen CBT-Umgebungen fand parallel mit dem zunehmenden Verständnis für Lehr- und Lernprozesse und der damit einhergehenden Weiterentwicklung von Lerntheorien (Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus) statt (Dittler, 2002).

CBT-Systeme, oft auch einfach nur Lernsoftware genannt, sind Lernprogramme, die Lernende lokal auf ihrem Computer gespeichert haben. Diese Art des eLearning wird sehr oft eingesetzt, man denke beispielsweise an die Führerscheinprüfung auf dem Computer. Die Lehrinhalte können multimedial als Text, Bild, Ton, Video und/oder Animation dargestellt werden, wobei dies gerade bei komplexen Inhalten für ein leichteres Verständnis für den Lernenden sorgen kann (http://de.wikipedia.org/wiki/Computer_Based_Training).

Ein Problem bei CBTs war aber meist, dass der Lernende alleine zuhause saß und keinen direkten Kontakt zu anderen Lernenden oder Lehrenden hatte. Diesem Problem wurde mit Entwicklung des Web Based Training (WBT) Rechnung getragen.

Web Based Training (WBT)

Web Based Trainings (WBTs) sind Lernprogramme, die via Internet verbreitet und von Lernenden und Lehrenden genutzt werden können (http://de.wikipedia.org/wiki/Web_Based_Training).

Bei WBT-Anwendungen ist man jedoch im Gegensatz zu CBTs an die Verfügbarkeit eines Internetzugangs gebunden, da die gesamten Lehrinhalte auf dem Server eines Anbieters liegen und nicht auf dem Computer des Lernenden verfügbar sind (Dittler, 2002). Auch wenn heute schon sehr viele Personen einen Zugang zum Internet haben, ist dies oftmals noch ein Problem für WBT-Anbieter, da meist eine stabile, schnelle Verbindung benötigt wird, um das WBT ohne Störungen nutzen zu können.

Der Vorteil gegenüber CBTs besteht in der schnellen und einfachen Aktualisierbarkeit der Lerninhalte und den Kommunikations- bzw. Kooperationsmöglichkeiten für Lernende und Lehrende (http://de.wikipedia.org/wiki/Web_Based_Training).

Das Online-Lernen

Im Zuge der Definition von Web Based Trainings (WBTs) soll an dieser Stelle näher auf einige Aspekte des Online-Lernens eingegangen werden. Dies beinhaltet eine Analyse der Ziele des Online-Lernens, der Grundtypen im Online-Lernen sowie eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile.

Ziele des Online-Lernens

Das Online-Lernen soll nicht nur als Alternative zum herkömmlichen Lernen dienen, sondern vor allem Probleme, die beim herkömmlichen Lernen auftreten können, lösen und auch einen Zusatznutzen bringen. Unterschieden werden hierbei vier Ziele, die der folgenden Abbildung in Anlehnung an Döring (2002) entnommen werden können.

Ziele des Online-Lernens
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Ziele des Online-Lernens
  • Ökonomisches Ziel
    Das ökonomische Ziel zielt vor allem auf die Kosteneinsparung ab. Beim Präsenzunterricht kann immer nur eine bestimmte, relativ kleine Anzahl von Personen zur gleichen Zeit unterrichtet werden. Beim Online-Lernen hingegen kann eine ungleich größere Anzahl von Lernenden auf das Lernangebot zugreifen, ohne an einen bestimmten Ort oder an einen bestimmten Zeitpunkt gebunden zu sein. Die Aufhebung der zeitlichen und örtlichen Bindung ist vor allem für die betriebliche Weiterbildung ein wesentlicher Aspekt, da die Teilnahme von Mitarbeitern an einem Präsenzunterricht einen erheblichen Arbeitsausfall bedeutet. Obwohl dies theoretisch auch schon bei einem gewöhnlichen Fernunterricht der Fall ist, würde bei einem vollständigen Online-Lernangebot zusätzlich der teure und aufwändige Versand von Skripten und anderem Unterrichtsmaterial wegfallen, da die Lernenden sich selbst über Downloads mit Lernmedien versorgen könnten.
  • Politisches Ziel
    Politisches Ziel ist es, Bildung für alle zu erreichen, da durch den herkömmlichen Präsenzunterricht oftmals verschiedene Gruppen ausgeschlossen sind. Dieser Ausschluss kann aufgrund verschiedener Kriterien wie Alter, Wohnort, Familiensituation oder Gesundheitszustand erfolgen.
  • Didaktisches Ziel
    Aus ökonomischer Sicht wäre das Online-Lernen bereits dann erfolgreich, wenn der erreichte Lernerfolg nicht wesentlich hinter dem der traditionellen Lernangebote zurückbleibt, dafür aber mehr Menschen kostengünstiger lernen. Aus didaktischer Sicht ist jedoch eine Verbesserung des Lernens an sich, also ein effizienteres Lernen, anzustreben. Das Medium soll nicht nur Distributionskanal sondern Denkwerkzeug sein. Demnach soll man nicht nur im sondern vor allem mit dem Medium lernen. Die Nutzung der Medien ist zudem Anlass zu Prozessen, die offline nicht in derselben Weise stattfinden würden.
  • Inhaltliches Ziel
    Inhaltliches Ziel ist der Erwerb bzw. die Verbesserung von Medienkompetenz. Im Zuge der Online-Aktivitäten werden vielfach technische und soziale Fertigkeiten vermittelt. Der Nutzer verbessert sich im Umgang mit der Software selbst, und er kann ebenso seine sozialen Fähigkeiten weiterentwickeln durch interkulturelle Kommunikation und Kooperation mit anderen Lernenden. Außerdem sensibilisiert der Umgang mit den Medien auch für medienbezogene Fragen und Probleme der Informationswirtschaft wie etwa dem Datenschutz.

Grundtypen im Online-Lernen

Bei den Lernmodellen wird hauptsächlich zwischen zwei Arten unterschieden, das sind teilvirtuelle und vollvirtuelle Lernangebote, wie der folgenden Abbildung in Anlehnung an Döring (2002) entnommen werden kann.

Grundtypen von Online-Lernangeboten
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Grundtypen von Online-Lernangeboten

Teilvirtuelle Lernangebote

Diese Lernangebote kombinieren den herkömmlichen Präsenzunterricht mit internetbasierten Aktivitäten. Nach Döring (1997) lassen sich Lernprozesse durch drei zentrale Internet-Aktivitäten unterstützen, nämlich Recherche, Kommunikation und Publikation.

  • Recherche
    Die im Internet vorhandenen Informationen können von den Lernenden verwendet werden, um zusätzliche Informationen für den Präsenzunterricht zu gewinnen. Über das Internet kann eine Recherche in unterschiedlichen Bibliothekskatalogen oder in Zeitschriftenarchiven durchgeführt werden, auch Informationen von Firmen, die oft nur mehr über das Internet angeboten werden, können tagesaktuell abgerufen werden.
  • Kommunikation
    Durch den Einsatz des Internets ist es für die Lernenden leichter möglich, untereinander Kontakt aufzunehmen, Informationen auszutauschen und zusammenzuarbeiten. Diese Art der Kommunikation hat den Vorteil, dass sie zeitflexibel passieren kann wie etwa in Diskussionsforen oder Wissensbörsen, außerdem kann man den zu äußernden Beitrag genau überdenken, Äußerungen anderer nachlesen und auch im eigenen Beitrag zitieren.
  • Publikation
    Im Rahmen einer Lehrveranstaltung gibt es bereits unterschiedliche Formen der Online-Publikation. Auf Websites von Lehrveranstaltungen findet sich eine Vielzahl von Informationen wie ein Terminplan der Lehrveranstaltung, Teilnehmerverzeichnisse, Literaturlisten, Klausurergebnisse, Folien, etc. Außerdem kann der Lernende über Links zu anderem Material gelangen, allerdings ist es meist schwierig für den Lernenden, noch zusätzliche Informationen über Links zu suchen und zu sammeln. Aber nicht nur das Anbieten von Lehrveranstaltungsmaterial durch den Lehrenden wird im Internet ermöglicht, sondern auch die Lernenden können ihre Arbeiten im Internet veröffentlichen. Durch diese Publikationen kann ein Feedback an den Lernenden erfolgen, welches ihm helfen kann, sich zu verbessern. Publikationen sind Anlass, die eigenen Konstrukte zum dargestellten Thema zu elaborieren und die zur Darstellung notwendigen Fertigkeiten (sprachlicher Ausdruck, grafische Gestaltung, etc.) zu verbessern (Döring, 1997).

Vollvirtuelle Lernangebote

Vollvirtuelle Lernangebote werden im Gegensatz zu den zuvor beschriebenen teilvirtuellen Angeboten zur Gänze via Internet abgewickelt, wobei meist nur noch bei Klausuren oder Prüfungen im Rahmen der jeweiligen Angebote eine persönliche Anwesenheit erforderlich ist (als Beispiel dafür wäre etwa die Fernuniversität Hagen zu sehen).

Als vollvirtuelle Lernangebote gelten hauptsächlich die Formen Televorlesung, Teleseminar und Web Based Teaching. Diese vollvirtuellen Lernangebote werden jedoch bisher selten im schulischen bzw. universitären Bereich sondern meist im Rahmen der beruflichen Fort- und Weiterbildung eingesetzt.

Teleteaching-Pharmazievorlesung der ETH Zürich gemeinsam für Zürich und Basel
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Teleteaching-Pharmazievorlesung der ETH Zürich gemeinsam für Zürich und Basel
  • Televorlesung
    Bei der Televorlesung bzw. beim Televortrag werden Veranstaltungen, die an einem Ort live stattfinden, per Video-Übertragung an einen anderen Ort übertragen, meist von einem Hörsaal in einen anderen. Außerdem steht dabei auch ein Audio- oder Videorückkanal zur Verfügung. Bei Televorlesungen geht es vor allem darum, Kosten einzusparen, das didaktische Potenzial ist hingegen meist gering. Probleme, die beim Live-Vortrag auftreten, werden bei der Übertragung meist verstärkt, d.h. ist der Präsenzunterricht langweilig, wird diese Langeweile in der Televorlesung meist noch verstärkt, vor allem da die Lernenden hier auf sich allein gestellt sind und meist wenig Disziplin herrscht.
  • Teleseminar
    Bei einem Teleseminar steht die virtuelle Gruppenarbeit im Mittelpunkt. Die Lernenden arbeiten nicht zusammen an einem Ort, sondern wickeln ihre Gruppenarbeit online (von unterschiedlichen Orten aus) ab und präsentieren diese anschließend. Bei dieser Art von Lernangebot ist ein hoher Grad an Selbstorganisations-, Sozial- und Technikkompetenz und auch ein deutlicher Mehraufwand an Zeit gefordert (Döring, 2002). Allerdings gehen Teleseminare nur selten über das Experimentalstadium hinaus, und es werden meist Themen wie Telearbeit und Telelernen oder Kooperatives Lernen und Arbeiten an der Hochschule behandelt.
  • Web Based Teaching bzw. Web Based Training
    Hierbei sollen die Lernenden sich selbstständig einzig mit Hilfe der Online-Materialien den Lehrstoff aneignen. Bei aufwändigen Systemen wird der Lernende anhand eines Einstiegstests eingestuft und erhält je nach Vorwissen entsprechende Vertiefungslektionen. Ein gutes WBT zeichnet sich durch die Aktualität und Qualität der Inhalte genauso aus wie durch die Qualität der Lernbegleitung (Pausieren und Weiterarbeiten während einer Lerneinheit, etc.).

Vor- und Nachteile

Das Online-Lernen bietet eine Reihe von Vor- und Nachteilen.

Vorteile sind vor allem die einfachere Vermittlung von komplexen Lehrinhalten mit Hilfe des Computers, dieser Vorteil ist allerdings auch schon bei Offline-Lernmodellen wie dem CBT gegeben. Auch durch die Möglichkeit, dass der Lehrende beim Online-Lernen entweder mit allen oder nur mit einem einzelnen Lernenden kommunizieren kann, können speziell auf den Lernenden zugeschnittene Lehrinhalte übermittelt werden. Weitere Vorteile sind die entfallenden Anfahrtswege, der reduzierte Arbeitsausfall, entfallende Reisekosten und die Möglichkeit einer viel größeren Gruppe als beim Präsenzunterricht. Weitere Vorteile sind die rasche Aktualisierbarkeit und Korrektur von digitalen Inhalten und die rasche Verteilung der Lehrmaterialien an die Lernenden.

Als Nachteile werden vorwiegend soziale Komponenten genannt. So kann es durch den Wegfall von direkten sozialen Kontakten zu einem Gefühl der Einsamkeit beim Lerner kommen. Darüber hinaus können auch zusätzliche Kosten für die Datenübertragung entstehen. Fehlende oder mangelhafte Kriterien für die Beurteilung virtuell erbrachter Leistungsnachweise sind ein weiterer negativer Faktor, der nicht zu leugnen ist. Mangelnde soziale und emotionale Akzeptanz gegenüber dem Einsatz neuer Medien kann schließlich auch so weit führen, dass ein Medium nicht genutzt wird. Zudem sind auch die großen anfänglichen Anforderungen an die Technikausstattung ein wichtiges Kriterium beim Einsatz von eLearning-Plattformen.

Ausblick auf die weitere Entwicklung

Mobile Education als mögliche Entwicklungsrichtung
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Mobile Education als mögliche Entwicklungsrichtung

Glaubte man bei den Anfängen des Online-Lernens noch daran, dass der herkömmliche Präsenzunterricht durch Telelernen bzw. durch interaktives Lernen via Telekommunikation ersetzt werden würde (Hultzsch, 1996), sieht man heute, dass diese Erwartungen und Vorhersagungen bisher keineswegs eingetreten sind.

"E-Learning-Anbieter erkennen zunehmend, dass sie mit Lösungen, die sich ausschließlich dem Lernen im Web widmen, nur die halbe Miete einfahren. Denn webbasierte Trainings (WBT) und Lernplattformen können in den meisten Fällen die herkömmlichen Weiterbildungsmaßnahmen nicht vollständig ersetzen sondern gewinnbringend ergänzen." (Stuttgarter Zeitung)

Peter Miez-Mangold von der 21LearnLine GmbH war schon bei der Gründung im Sommer 2000 klar, dass Lernen als sozialer Prozess nur funktionieren kann, wenn es soziale Prozesse gibt, und diese sind über das Internet nur eingeschränkt möglich (Stuttgarter Zeitung).

Lernen braucht in erster Linie intelligente und ganzheitliche didaktische Konzepte, die die elektronischen Medien in den Lernprozess einbinden und ihnen damit eine durchaus sinnvolle Rolle zuweisen (Stuttgarter Zeitung).

Die aktuelle Situation ist dennoch günstig für die Weiterentwicklung von Online-Lernangeboten. Der Computer und das Internet werden für die Menschen immer alltäglicher, allerdings gibt es immer noch Vorbehalte gegenüber den neuen Technologien. Die momentane Diskussion beschäftigt sich hingegen bereits mit der Frage, ob die Verwendung von immer mehr mobilen Geräten (insbesondere Notebooks, Mobiltelefone und PDAs) das eLearning zu einem M-Learning oder einer M-Education (Mobile Education) hin verändern wird.

Nach Döring (2002) könnte das Online-Lernen in der Zukunft in zwei Richtungen gehen. Standardisierte und zertifizierte Webkurse, die zeit- und ortsunabhängig durchgeführt werden können, scheinen aufgrund von Effizienz- und Ökonomie-Überlegungen interessant. Zielt man aber eher in Richtung pädagogisch-didaktischer und politischer Ideale, scheint es sinnvoller, die Netzinfrastruktur auszubauen, um Lernangebote anzubieten, die problemorientiert, forschend, projektorientiert und offen aufgebaut sind wie etwa in virtuellen Wissensgemeinschaften.

Diskussion

Betrachtet man die oben angeführten Anfänge der Informationsdarstellung an dieser Stelle noch einmal und stellt einen Vergleich mit den heutigen Standards auf dem Gebiet der neuen Medien an, wird schnell deutlich, dass die Entwicklung des eLearning mit Sicherheit noch nicht abgeschlossen ist. Doch in welche Richtungen wird sie sich in näherer Zukunft bewegen? Wie wird dies im praktischen Fall aussehen? Welche heute bereits vorhandenen Elemente verweisen bereits auf zukünftige Innovationen?

In Österreich gibt es eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit der Bezeichnung eFit Austria als umfassendes Maßnahmenpaket für den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien auf diesem Sektor, das mit den Bereichen eEducation, eScience, eCulture und eTraining vor allem die Etablierung des österreichweiten Bildungsportals bildung.at und des Bildungspools Austria mit qualitativ hochwertigen und interaktiven Lehr- und Lerninhalten zum Ziel hat (eLearning Bildungspool Austria).

In einigen Lehrveranstaltungen der Johannes Kepler Universität Linz versucht man bereits, das Internet und eLearning-Plattformen einzubeziehen. Als Beispiel dafür ist Moodle zu nennen, das es den Lehrenden ermöglicht, Folien und andere Lernmaterialien bereitzustellen und mit den Studenten zu kommunizieren. Den Lernenden gestattet es, in Foren Fragen zu stellen und Meinungen über die Lehrveranstaltung oder auch über die Plattform selbst zu formulieren.

Vollvirtuelle Lernangebote gibt es an der Johannes Kepler Universität Linz bisher keine, allerdings gibt es für Studierende der Universität die Möglichkeit, ein flexibles Studienangebot der Fernuniversität Hagen in Anspruch zu nehmen. Die dort absolvierten Leistungen werden dann an der Universität Linz anerkannt.

Schlussendlich bleiben wohl die zukünftigen Entwicklungen weiterhin offen. Auf Basis der bisherigen Erkenntnisse wird es wohl zu keiner ausschließlichen Nutzung von eLearning-Angeboten kommen, da soziale Kontakte und Präsenztermine unverzichtbare Bestandteile von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sind. Die weitere Entwicklung wird sich wohl auf den begleitenden Faktor von eLearning-Aktivitäten stützen. Hier erscheint es aber durchaus bereits jetzt als vorstellbar, dass viele Organisationen auf große Bildungsportale oder Bildungspools setzen werden, welche unter Umständen auch großflächig miteinander vernetzt werden, um eventuelle Synergieeffekte nutzen zu können.

Kontrollfragen

Frage 1: Nennen und beschreiben Sie die 4 Ziele des Online-Lernens nach Döring.

Musterlösung Frage 1

Frage 2: Beschreiben Sie kurz die Anfänge des eLearning.

Musterlösung Frage 2

Frage 3: Beschreiben Sie Vor- und Nachteile des eLearning.

Musterlösung Frage 3

Literaturverzeichnis

Blumstengel, A. (1998). Entwicklung hypermedialer Lernsysteme. Berlin: Wissenschaftlicher Verlag (auch im Internet verfügbar unter: http://dsor.upb.de/de/forschung/publikationen/blumstengel-diss/ [05.12.05]).


-Dittler, U. (Hrsg.). (2002). E-Learning. Erfolgsfaktoren und Einsatzkonzepte mit interaktiven Medien. München: Oldenbourg.


-Döring, N. (1997). Lernen und Lehren im Internet. In B. Batinic (Hrsg.), Internet für Psychologen (S. 359-393). Göttingen: Hogrefe.


-Döring, N. (2002). Online-Lernen. In L. J. Issing (Hrsg.), Information und Lernen mit Multimedia und Internet: Lehrbuch für Studium und Praxis (3. Aufl., S. 247-281). Weinheim: Beltz.


eLearning Bildungspool Austria, im Internet verfügbar unter: http://elearning.bildung.at/statisch/bmbwk/de/elearning/kristoefl_menzel_gk.pdf?itk_sid=76935cf931a3f4f4090a78ca39d99468, [05.12.05].


Englisch, K. & Leiderer, W. (1966). Programmierter Unterricht und moderne Lernsysteme. In RKW - Berichte und Informationen zur Rationalisierung der Aus- und Weiterbildung. Heft 2, Beuth-Vertrieb GmbH Berlin, Köln, Frankfurt am Main.


Hochheimer, W. (1963). Psychologische Einführung in die Thematik von Lehrmaschinen und Programmiertem Unterricht, Referat im Rahmen der "Internationalen Konferenz über Programmierten Unterricht und Lehrmaschinen" in Berlin. In H. Roth & A. Blumenthal (Hrsg.), Auswahl. Grundlegende Aufsätze aus der Zeitschrift Die Deutsche Schule (S.7-28). (2. Auflage, 1968). Hannover: Hermann Schroedel.


-Hultzsch, H. (1996). Telelernen. Die Strategie der Deutschen Telekom. In U. Glowalla & E. Schoop (Hrsg.), Deutscher Multimedia Kongreß '96. Perspektiven multimedialer Kommunikation (S. 91-96). Berlin: Springer.


-Kammerl, R. (Hrsg.). (2000). Computerunterstütztes Lernen (1. Aufl.). München: Oldenbourg.


Peters, M. (2002). im Internet verfügbar unter: http://www.iwi.uni-hannover.de/historie/peters/ [05.12.05].


Stangl, W. (2006). eLearning, E-Learning, Blended Learning. im Internet verfügbar unter: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Elearning.shtml [05.12.05].


Statistik Austria, im Internet verfügbar unter: http://www.statistik.at/cgi-in/pressetext.pl?INDEX=2004003121 [05.12.05].


Stuttgarter Zeitung, im Internet verfügbar unter: http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/66468 [03.12.05]


Tiemeyer, E. / Wilbers, K. (2001): E-Learning "Neue Möglichkeiten für die berufliche Bildung. im Internet verfügbar unter: http://www.karl-wilbers.de/download/tiemeyer_wilbers2001.pdf [05.12.05].


Wikipedia, im Internet verfügbar unter: www.wikipedia.org [14.02.2006].

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