Gestalten und Evaluieren von eLearning Szenarien/Autorenwerkzeuge zur Erstellung digitaler Inhalte für e-learning
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Autorenwerkzeuge sind Technologien, die dazu dienen, digitale Inhalte für eLearning-Formate zu erstellen. Zu diesen Autorenwerkzeugen zählen sowohl Spezialprogramme für die elektronische Aufbereitung von Lerninhalten, wie z.B. multimediale Kurse auf CD (Computer Based Trainings/CBT’s) oder via Internet (Web Based Trainings/WBT’s), als auch Softwareprogramme, die auch für die Erstellung anderer Arten von multimedialen Inhalten eingesetzt werden können. Beispiele hierfür wären Web-Editoren und Programme zur Produktion von Grafiken, Animationen sowie Audio- und Videosequenzen (Wache, 2003). Aktuelle Learning Content Management Systeme (wie Blackboard oder Docent) bieten meist keine Funktionen um Content für Lernende zu erstellen. Hier setzen externe Autorenwerkzeuge an, die es dem Content-Ersteller ermöglichen, ohne besonderes Vorwissen (zum Beispiel bestimmte Auszeichnungssprachen wie HTML oder XML) webbasierte Inhalte einzupflegen (Haefele & Maier-Haefele, 2003).
Inhaltsverzeichnis |
Definition
Autorenwerkzeuge sind Werkzeuge zur multimedialen Aufbereitung von Lerninhalten und Entwicklung von Lernsoftware. Auch ohne besondere Programmierkenntnisse lassen sich damit einfache Anwendungen erstellen. Weit verbreitete Beispiele für Autorenwerkzeuge sind unter anderem: Toolbook, Authorware, Flash etc. Autorenwerkzeuge werden oft auch als Autorensysteme oder Autorentools bezeichnet (Wache, 2003).
Aufgaben von Autorenwerkzeugen
Autorenwerkzeuge können verschiedene Aufgaben im Prozess der Contentproduktion übernehmen; so können sie etwa zum Editieren von Medien (Bilder, Audio-Dateien, Videos) herangezogen werden, zum Füllen mit Content dienen, aber auch die Navigation und den Ablauf des Lernprozesses gestalten helfen; umfangreichere Produkte vereinen diese Funktionen in einem Programm (DiStefano, 2003, S. 46ff). Autorenwerkzeuge sollen dem Autor technische Hürden nehmen (wie die bereits erwähnte Codierung in HTML, XML bzw. die Verwendung von Skripten) und ermöglichen, die gesamte Konzentration auf den Inhalt und die didaktische Konzeptionisierung zu legen (Baumgartner, 2004, S. 74).
Learning Management Systeme erzeugen meist Output für die Darstellung auf Notebooks oder Desktop-Computern. Wird die Aufbereitung für spezielle Endgeräte wie PDA’s Personal Digital Assistants oder Mobiltelefone gewünscht, so muss auf spezielle Autorenwerkzeuge zurückgegriffen werden. Solch spezialisierte Autorenwerkzeuge sind oft nur mit einer bestimmten Lernumgebung verwendbar, andere hingegen unterstützen bestimmte Standards und sind somit universeller einsetzbar (Carliner, 2002, S. 127).
Kategorien von Autorenwerkzeugen
Nach Haefele/Maier-Haefele (in Baumgartner, 2004, S. 75) lassen sich Autorenwerkzeuge in folgende Gruppen einteilen:
- Professionelle Werkzeuge
Anfangs für den Einsatz zur Entwicklung von Multimediaproduktionen auf CD-ROM/DVD entwickelt, werden solche Tools mittlerweile auch vermehrt in Learning Management Systemen verwendet. Professionelle Ergebnisse, welche mit diesen Produkten möglich sind, setzten allerdings eine nicht unerhebliche Einarbeitungszeit voraus.
Kennzeichen: diese umfangreichen Werkzeuge beinhalten meist eine Programmiersprache und erfordern oft eine umfangreiche Einarbeitung. Beispiele: Macromedia Authorware, Click2learn’s Toolbook Instructor
Ein anderes Produkt ist der Mediator. Im Vergleich zu den oben erwähnten professionellen Systemen ist dieses Produkt vergleichsweise schnell zu beherrschen. Es handelt sich hierbei um ein seitenorientiertes Multimedia-Autorensystem, mit dessen Hilfe Produktkataloge, technische Dokumentationen, Webseiten und interaktive Präsentationen realisiert werden können. Der Autor kann dabei vorgefertigte Aktionen (wie „Taste los lassen“) und Wenn-Dann Abfragen, aber auch Drag-and-Drop verwenden, um Interaktionen in die Seiten zu integrieren. Weiters ist das zeitleistenorientierte Arbeiten (sonst nur bei sehr teuren Systemen enthalten) und eine Kollisionsabfrage (Kollision von zwei Objekten löst ein neues Ereignis aus) Teil von Mediator. Mediator ermöglicht den Export auf Datenträger (Diskette, CD, DVD,...) und für die Verwendung in Learning Management Systemen (im DHTML- und Flashformat) (Baumgartner, 2004, S. 75f).
- Standardeditoren mit Plug-Ins
Editoren wie Adobe GoLive oder Dreamweaver ermöglichen eine einfache Erstellung von Webseiten, ähnlich dem Verfassen von Texten in Texteditoren. Hervorzuheben ist die WYSIWYG (What you see is what you get) Darstellung am Bildschirm; das heißt der Anwender sieht in seinem Editor-Fenster das Produkt, wie es im Browser am Monitor des Konsumenten aussehen würde; dazu werden die eingegebenen Inhalte im Hintergrund laufend in HTML-Code umgewandelt. Inhalte können dabei fast beliebig formatiert und mit Grafiken und Illustrationen ergänzt werden. Obwohl ein Eingreifen in den erzeugten HTML-Quellcode meist nicht nötig ist, wird diese Möglichkeit von fast allen Editoren geboten, dies wird vor allem von erfahrenen Anwendern geschätzt. Für die Content-Produktion für Lernumgebungen eignen sich diese Produkte wenig, da aktuelle e-Learning-Standards nicht erfüllt werden. Viele Hersteller bieten für ihre Produkte allerdings Zusatzmodule an, die eben diese Funktionen nachrüsten.
Besonders hervorzuheben ist hier der Macromedia Dreamweaver Macromedia Dreamweaver , für den viele kostenlose Zusatzmodule angeboten werden:
- Coursebuilder-Erweiterung: bietet vorgefertigte Lerninteraktionen wie Quiz- und Bewertungsvorlagen und die Möglichkeit, die Ergebnisse in einer Datenbank oder einer Lernumgebung abzulegen.
- Learning-Site-Befehlserweiterung: enthält Funktionen zum Zusammenstellen von interaktiven Aktivitäten (z.B. Quiz), wobei unterschiedliche Quellen eingebunden werden können. Da eine Microsoft Access Datenbank mitgeliefert wird, können die Ergebnisse und Tätigkeiten der Kursteilnehmer am Server protokolliert werden (Tracking).
- SCORM RTI (Shareable Content Object Reference Model Runtime Interface): damit können HTML-Dokumente erstellt oder umgewandelt werden, sodass sie bestimmten e-Learning-Standards entsprechen.
- Weitere Module, die Dokumente für definierte Standards aufbereiten
Kennzeichen: Standardprogramme (wie Adobe GoLive oder Macromedia Dreamweaver) werden für die Erstellung von Lerninhalten mit speziellen Plug-Ins (Zusatzmodule) erweitert. Beispiele: Plug-Ins für Adobe GoLive, Microsoft Frontpage oder Macromedia Dreamweaver (Baumgartner, 2004, S. 77ff).
- Autorensysteme der neuen Generation
Rapid Content Development Tools sollen es dem Autor ermöglichen, ohne Programmierkenntnisse in möglichst kurzer Zeit ansprechende Inhalte zu gestalten. Um die Interaktivität zu fördern, sind auch Quizzes und Tests Teil solcher Produkte und dementsprechend einfach zu erstellen.
Um eine optisch ansprechende Gestaltung zu ermöglichen, umfassen diese Tools so genannte Templates (Schablonen), die für Seiten, Tests etc. zur Verfügung stehen. Einzelne Komponenten können beliebig strukturiert werden und zu einem Grundgerüst der Lernumgebung kombiniert werden. Die Dokumente können mit Grafiken und anderen Komponenten (wie etwa Flash-Animationen) illustriert werden, das Autorensystem übernimmt dann den Export für die Weiterverwendung in einer Lernumgebung.
Kennzeichen: diese auch Rapid Content Development genannten Tools ermöglichen es dem Anwender, rasch und mit wenig Einarbeitungsaufwand gute Ergebnisse zu erzielen. Beispiele: Publisher, Lectora Publisher (Baumgartner, 2004, S. 86ff).
- Content Converter
Diese Autorenwerkzeuge ermöglichen die einfache Umwandlung von Text-Dokumenten in HTML-Dateien. Konverter eignen sich besonders für Bildungseinrichtungen, in denen Wissen bereits in Texten verfasst wurde und bereits in einer Form dokumentiert wurde. Nachteil: werden am Originaldokument Änderungen vorgenommen, so muss das Dokument neu konvertiert werden.
Die Umwandlung erfolgt meist in zwei Schritten: Im ersten Schritt wird das Quelldokument, welches im Rich Text Format vorliegen sollte, in Bezug auf Struktur und Inhalt analysiert und in eine XML Datei übersetzt. Im zweiten Schritt wird aus diesem XML-Dokument ein HTML-Dokument inklusive Navigation erzeugt, welches in allen Webbrowsern verwendet und angezeigt werden kann. Das Dokument ist somit bereit für den Import in eine Lern-Management-Umgebung.
Damit diese Formatierung wie gewünscht fehlerfrei erfolgen kann, müssen vom Autor einige Formatierungsregeln beachtet werden. Zur korrekten Erstellung einer Navigation muss etwa im Textverarbeitungsprogramm eine Nummerierung und Formatierung von Überschriften und ähnlichem erfolgen. Nach Baumgartner (2004, S. 81) ist die produktive Verwendung von Content Umwandlern nach einer ca. zweistündigen Schulung möglich.
Kennzeichen: diese Werkzeuge ermöglichen die Umwandlung von Lerninhalten aus Textverarbeitungsprogrammen in ein Format, welches für die Lernumgebung verwendet werden kann (z.B. webfähig). Beispiel: IMC (Baumgartner, 2004, S. 79ff).
- Live-Recording Systeme und Screen Movie Recorder
Diese erlauben die Aufzeichnung von Präsentationen oder Vorträgen; dabei werden die Ergebnisse in Video- oder Bilddateien gespeichert, welche später noch nachbearbeitet und für den Einsatz in der Lernumgebung aufbereitet werden können. Die Abspeicherung kann dabei in einem streamingfähigen Format erfolgen; d.h. Dokumente lassen sich mit Standardprogrammen wie dem Microsoft Media Player komfortabel abspielen. Diese Werkzeuge eignen sich besonders zur Produktion von Software Tutorials und ermöglichen vielfach den Export in das Flash-Format.
Kennzeichen: erlauben das Mitschneiden von Abläufen am Bildschirm und die Umwandlung der Bildschirminhalte in Video- und Bilddateien. Beispiele: Bo-Shot für Screenshots und Screen Movie Recorder für Abläufe (Baumgartner, 2004, S. 81ff und 91ff).
- Editoren für mathematische Formeln
Die Erstellung von mathematischen Formeln ist ein oft mühsamer Prozess. Bis jetzt war es oft üblich, die Formeln in einem Editor zu schreiben, das Ergebnis in eine Bilddatei zu speichern, und diese wiederum in ein HTML-Dokument zu importieren.
MathML bietet hingegen die Formulierung in einer auf XML basierenden Auszeichnungssprache, welche Formeln in ein HTML-Dokument überträgt, ohne auf die Generierung von Grafikdateien angewiesen zu sein. Webbrowser wie der Microsoft Internet Explorer oder Mozilla Firefox unterstützen bereits den von MathML genützten Standard. Bei verfälschter Darstellung der Formeln hilft oftmals das nachträgliche Installieren spezieller Schriftpakete, die von den Browserherstellern kostenlos im Internet angeboten werden.
Kennzeichen: da diese Editoren noch nicht in gängige Autorensysteme integriert sind, sind sie als Stand-Alone Produkte verfügbar; sie nehmen somit eine Sonderstellung ein. Beispiele: MathType und Amaya (Baumgartner, 2004, S. 95ff)
Autorenwerkzeuge können also in diese Gruppen eingeteilt werden, jede Gruppe an Programmen hat ihr jeweils spezielles Einsatzgebiet und ermöglicht im Zusammenhang mit Learning Content Management Systemen die effektive Gestaltung von Content und die Steuerung von Lernprozessen für Lernumgebungen.
Neben dieser Klassifizierung ist auch noch die Einteilung nach dem Verwendungszweck (was soll erstellt werden) nach Michael Wache (2003, S. 6ff) möglich. Wache unterscheidet dabei folgende Typen:
- Zur Erstellung einzelner Multimedia-Komponenten wie HTML-Seiten, Grafiken etc.
- Zur Erstellung von Wissenstests
- Zur Erstellung von integrierten multimedialen e-learning-Modulen
- Zur Entwicklung und Abwicklung ganzer Web-Based-Trainings / Computer-Based-Trainings
- Zur Erstellung, Wartung und Abwicklung mehrerer Online-Kurse.
Anforderungen an Autorenwerkzeuge
Es stellt sich die Frage, welche Anforderungen an Autorenwerkzeuge gestellt werden müssen, um ein möglichst gutes Produkt zur Einpflege in die Lernumgebung zu erhalten. Eine kurze Antwort ist darauf nicht möglicht – man könnte am ehesten sagen: „es kommt darauf an“; und zwar auf den Einsatzzweck und die Form der Rohdaten. Liegen Daten schon als Text vor, reichen oft Converter Tools. Startet man ohne fertiges Material so empfehlen sich Rapid Content Development Tools.
Da ständig neue Produkte vorgestellt werden und der Markt unüberblickbar groß geworden ist, ist vor allem die Erfüllung von Standards (diese werden später behandelt) von hoher Bedeutung. Dadurch können einzelne Programmteile in neuen Programmen weiter- und wieder verwendet werden, was für Hersteller auch eine Kostenersparnis bedeutet. So amortisieren sich beispielsweise Forschungs- und Entwicklungskosten einfacher, wenn die Technologien in der Folge in mehreren Programmgenerationen Verwendung finden.
Die Erfüllung von Standards ist aber auch für Anwender (die Autoren) von großer Bedeutung; unterstützen viele Programme ausgewiesene Standards, so können Daten zwischen Programmen ausgetauscht werden und Content für verschiedene Plattformen einfach verwendet werden. Mehrere Konsortien in den USA und in Europa haben es sich zur Aufgabe gemacht, Standards zu definieren; der Schwerpunkt liegt hierbei allerdings bei technischen und inhaltlichen, weniger bei didaktischen Konzepten.
Baumgartner (2004, S. 99ff) stellt fünf zentrale Anforderungen an Autorenwerkzeuge:
1. Interoperalität: wie gut arbeitet das Autorensystem mit anderen Systemen zusammen und wie gut lässt es sich in eine Lernumgebung integrieren?
2. Wiederverwendbarkeit: können die erstellten Inhalte (Lernobjekte) auch anderweitig und in anderen Zusammenhängen verwendet werden?
3. Verwaltbarkeit: werden über das Verhalten der Lernenden und die Inhalte Aufzeichnungen geführt?
4. Zugang: wie einfach können Lehrende zu einer bestimmten Zeit auf bestimmte Inhalte zugreifen?
5. Nachhaltigkeit: bleiben bisher funktionierende Werkzeuge auch dann funktionsfähig, wenn sich die Technologie verändert und weiterentwickelt?
Besonders komfortabel für Lernende wäre es etwa, Kursmodule online zu suchen, nach Kosten, Inhalten, Methoden und anderen Gesichtspunkten auszuwählen und diese in eine einzige Lernumgebung zu importieren. So wäre eine einheitliche Begleitung beim Lernprozess möglich (eine Lernumgebung). Die Auswertung/Protokollierung könnte somit zentral auf einem Server erfolgen und auch die Abrechnung könnte einheitlich durchgeführt werden. Am Ende des Lernbegleitungsprozesses könnte außerdem ein Abschlusstest durchgeführt werden, der bei erfolgreicher Absolvierng ein Zertifikat für den Lernenden bereit stellt.
Durch eine solche Vereinheitlichung wären Resultate von unterschiedlichen Lernumgebungen auch miteinander vergleichbar, die Auswahl der Lernumgebung würde in den Hintergrund rücken. Die Autoren sollten beim Erstellungsprozess durch die bereits erwähnten Rapid Content Development Werkzeuge unterstützt werden, da keine technischen Kenntnisse erforderlich sind könnten sich diese vollständig auf die Didaktik konzentrieren und Dokumente mit besonderen Metadaten beschlagworten. Es sollte die Möglichkeit gegeben sein, einzelne Lernmodule zu neuen zu verknüpfen und mit beliebigen Autorenwerkzeugen bearbeiten zu können.
Standards
Baumgartner (2004, S. 100ff) gibt die wichtigsten Standardisierungsinitiativen wie folgt an:
| AICC | Aviation Industry Computer Based Training Commitee. Es liefert der LTSC Arbeitsgruppe Spezifikationen, die festlegen, wie die Struktur eines Bildungsproduktes auszusehen hat. Damit verbunden sind Definitionen der Lernziele sowie die Distributions- und Trackingeigenschaften der jeweiligen Lernplattform |
| ARIADNE | Alliance of Remote Instructional Authoring and Distribution Networks for Europe . |
| IMS | Instructional Management Systems Project |
IMS und ARIADNE liefern Spezifikationen der Learning Object Metadata (LOM), mit der eine Beschreibung von Lerninhalten durch Metadaten erfolgen kann. Diese Daten werden im so genannten Learning Content Repository gespeichert und verwaltet.
| IEEE-LTSC | Learning Technology Standards Commitee |
| SCORM | Shareable Content Object Reference Model. Dabei handelt es sich um eine Empfehlung zur Standardisierung von Lernobjekten (Fallon, 2002, S. 9ff) |
Waren diese Konsortien anfangs bestrebt, nur das eigene Standardisierungsmodell voranzutreiben, werden mittlerweile Erfahrungen und Wissen untereinander ausgetauscht; dies geschieht vor allem deshalb, weil nur das IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) die Möglichkeit besitzt, neu entwickelte Standards bei renomierten Standardisierungsorganisationen wie dem ANSI (American National Standards Institute) einzureichen.
Bei der Anschaffung eines Autorenwerkzeugs sollte man darauf achten, das zumindest zwei der erwähnten Standards unterstützt werden; dadurch soll gewährleistet sein, dass das erworbene Produkt nicht bereits kurz nach dem Kauf veraltet und nur mehr unproduktiv einsetzbar ist (Baumgartner, 2004, S. 101ff).
Kriterienkatalog / Evaluierung
Bei der Auswahl eines Autorenwerkzeugs gilt es einige Faktoren zu beachten; es sollte vor allem auf die Erfüllung von gängigen Standards geachtet werden, um eine Interoperalität zu anderen Tools gewährleisten zu können und eine –wenn auch nur mittelfristige- Absicherung einer mehrjährigen Verwendbarkeit zu erreichen.
Einige Kriterien für die Auswahl eines Autorenwerkzeugs werden in folgender Liste angeführt:
- Erfüllung von Standards
- Kosten (Anschaffungskosten, Wartungskosten, Schulungskosten)
- Umfang der nötigen Einarbeitungsphase
- Interoperalität
- Flexible Gestaltbarkeit des Inhalts
- Option zur Integration von Plug-Ins zur Erweiterung
- Hardwareanforderungen (Programmupdates auf vorhandener Hardware lauffähig?)
- Import und Export verschiedener Datenformate
- Automatische Anpassung der Ausgabe an unterschiedliche Medien
- Möglichkeit für kooperatives / kollaboratives Arbeiten
- Einfacher Import von Medien (Audio, Video, etc.)
Diskussion
Autorensysteme sind Werkzeuge zur Erstellung multimedialer Lernsoftware. Autorenwerkzeuge sind zudem Technologien, die dazu dienen, digitale Inhalte für e-Learning-Formate zu erstellen. Zu diesen Autorenwerkzeugen zählen sowohl Spezialprogramme für die Erstellung von e-Learning-Formaten, wie z.B. multimediale Kurse auf CD (Computer Beased Trainings / CBT’s) oder via Internet (Web Based Trainings / WBT’s), als auch Softwareprogramme, die auch für die Erstellung anderer Arten von multimedialen Inhalten eingesetzt werden können, wie Web-Editoren und Programme zur Produktion von Grafiken, Animationen sowie Audio- und Videosequenzen.
Im Zuge der permanenten Weiterentwicklung aller e-Learning-Technologien werden die Funktionsumfänge der einzelnen Anwendungsprogramme immer mehr erweitert. Dies hat zur Folge, dass die Grenzen zwischen den Autorenwerkzeugen und den Lernplattformen zunehmend fließend werden und bei vielen Produkten nur noch schwer auszumachen sind.
Anhang
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Literatur
Baumgartner, P., Häfele H. & Maier-Häfele K. (2004). Content Management Systeme in e-Education. Auswahl, Potenziale und Einsatzmöglichkeiten. Innsbruck: StudienVerlag.
Bremer, C. (2006). Online lehren leicht gemacht. Leitfaden für die Planung und Gestaltung von virtuellen Hochschulveranstaltungen. [WWW-Dokument]. URL http://www.bremer.cx/paper13/artikelraabe_bremer03.pdf [Zugriff: 13.2.2006].
Carliner, S. (2002). Designing E-Learning. Alexandria: ASTD.
DiStefano, A., Rudestam, K.E. & Silverman, R. (2003). Encyclopedia of distributed learning. Thousand Oaks: Sage Publications.
Fallon, C., Dams, J. & Brown, S. (2002). E-Learning Standards. A guide to purchasing, developing, and deploying standards-conformant e-learning. Boca Raton: CRC Press.
Haefele, H., Maier-Haefele, K. (2003). Studie Autorenwerkzeuge für Learning Content. [WWW-Dokument]. URL http://www.bildungsserver.de/db/mlesen.html?Id=19767 [Zugriff: 12.11.2005].
Wache, M. (2003). E-Learning – Bildung im digitalen Zeitalter [WWW-Dokument]. URL http://www.bildungsserver.de/db/mlesen.html?Id=23408 [Zugriff: 10.11.2005].
Screenshots / Quellen:
- Macromedia Authorware: [1] [Zugriff: 13.2.2006]
- Lectora Publisher: [2] [Zugriff: 13.2.2006]
- MathML: [3] [Zugriff: 13.2.2006]
Kontrollfragen
1) Nennen sie 3 Kategorien, in die Autorenwerkzeuge nach Haefele/Meier-Haefele eingeteilt werden können und beschrieben sie diese kurz.
2) Welche Anforderungen werden an moderne Autorenwerkzeuge gestellt? Nennen sie drei Kriterien und beschreiben sie diese kurz.
3) Warum werden Autorenwerkzeuge eingesetzt und welche Aufgaben haben sie?